DINNER FOR #KÖLN

In diesem Jahr sollte alles anders werden. Und es wurde alles anders. Nur, wurde alles gut? Und wenn ja, zu welchem Preis?

alle Zitate aus: Alles richtig gemacht. Alles?

So. Die Fragen sind gut. Und gut gefragt ist halb geantwortet.

Die Männer hätten, in Köln angekommen, allein wegen ihrer Masse bedrohlich gewirkt und vielfach auf Ansprache von Polizisten aggressiv reagiert. Zahlreiche Bürger beklagten demnach ein beeinträchtigtes Sicherheitsgefühl.

Ach, wie gern hätte ich mit einem Megaphon da gestanden und durchgesagt: „Denken Sie nicht ans Vorjahr, meine Damen und Herren! Behalten Sie Ihre Wertsachen im Auge, halten Sie mindestens eine Armlänge Abstand und bleiben Sie ruhig! Es wird Ihnen nichts geschehen!“ Das wäre ein Spaß gewesen.

„Wenn wir nicht in so großer Zahl da gewesen wären, dann hätte es definitiv die gleichen Ausschreitungen gegeben wie im vorigen Jahr“, sagte Ernst G. Walter, Chef der Bundespolizeigewerkschaft.

Definitiv. Wow. Der gefällt mir. Von dem lasse ich mir demnächst die Lotto-Scheine ausfüllen.

Zudem habe es im Laufe des Jahres 19 Razzien an „gefährlichen Orten“ gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Dabei hätten Beamte auffällig viele Verdächtige mit nordafrikanischem Hintergrund angetroffen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die an Silvester zu Hause sitzen und ‚Dinner for One‘ gucken, ist eher gering.“

Die Recherchen und Ermittlungen hätten ergeben, dass Köln für diese Gruppen eine Anziehungskraft ausübe. Aufrufe zu Zusammenrottungen in der Kölner Altstadt habe es jedoch nicht gegeben – umso überraschter seien die Ermittler über die hohe Zahl der nordafrikanischen Besucher gewesen, die laut Bundespolizei überwiegend mit Zügen aus dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein kamen.

Unmöglich, das mit einem lustigen Spruch zu toppen. Höchstens damit:

SCHUTZGELD

#Kollateral-Diskriminierung..? Ouch. Ein ganz heißes Eisen, das ZEIT-Autor Bernd Ulrich da anpackt. Etwas gutzuheißen, das mit „Kollateral-” beginnt, zieht automatisch Ärger von links nach sich, weil nach dem Bindestrich immer etwas Unlinkes steht.

Niemals ist die Rede von Kollateral-Abrüstung oder Kollateral-Vermögensausgleich. Die Schäden, die Kriege und Krisen weltweit anrichten, sind einfach noch nicht groß genug, um so weit in unsere Sprache und unser Bewusstsein zu dringen.

Hingegen hört man vom Kollateral-Sozialkahlschlag namens Agenda2010, der Kollateral-Nichtgleichstellung Homosexueller (u.a. wegen nicht näher definierter „Bedenken” der Kanzlerin), der Kollateral-Totalüberwachung durch die Geheimdienste…

Es fallen einem zu viele Dinge ein, die wir hinzunehmen haben, damit kein noch größeres Unglück geschieht. Schutzgeld, damit nicht eines schrecklichen Tages das Lokal in Trümmern liegt, wie sie uns mit ihrem fiesesten Grinsen erklären – und fragen, ob es das sei, was wir wollen. Aber das wollen wir nicht. Also zahlen wir.

Nun ist es allerdings so, dass das Kollateral-Prinzip zur politischen Linken kein gänzlich Unbekanntes ist. Mit „Kollateral-” beginnt für viele z.B. alles, was Russland in der Ukraine und in Syrien tut. Das sind Folgefehler, also keine echten Fehler. Russland hat keine andere Wahl. Was total praktisch ist, weil die politische Linke ansonsten ja gegen völkerrechtswidrige Invasionen ist. Und gegen Krieg sogar dann, wenn ein wankender Diktator seine Schutzmacht zum mitbomben einlädt.

Eine Kollateral-Flüchtlingsobergrenze, die sich auch (!) am gesellschaftspolitisch Schaffbaren orientiert, ist derweil des Teufels, wenn man manche Linke fragt. AfD, was ist das..? Grenzen auf, Party! (Sorry.)

Man kann dem aber auch etwas Positives abgewinnen. Wer „Kollateral-” sagt, ist immerhin so freundlich, das schlechte Gewissen gleich mitzuliefern. Im besten Fall. Im schlechtesten steht es als eine Art Anstands-Floskel, in der Hoffnung, keinen allzu großen Shitstorm auf sich zu ziehen.

Wofür steht es bei „Kollateral-Flüchtlingsobergrenze, die sich auch (!) am gesellschaftspolitisch Schaffbaren orientiert”..? Schwer zu sagen, oder..? Imgrunde gar nicht. Das vielleicht praktischste aller Präfixe. Ich kann die seichte Brise von Erdoğans zustimmendem Nicken förmlich spüren. Hhhhhhhhhhhhh. Spürt ihr es auch..?

LAGEBESPRECHUNG

 

Spätestens nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz hat sich die Lage für viele Bürger geändert, aber die Politik macht einfach so weiter, als ob alles beim Alten geblieben wäre.

aus: Deutsche, schaut auf diese Stadt

Schreibt der laut eigenen Angaben aus Versehen konservativ gewordene Jan Fleischhauer gestern in seiner SPIEGEL ONLINE Kolumne. Was stark verwundert, weil doch alles haargenau beim Alten geblieben ist.

Vor dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz lief es, wie folgt.

  1. Ein geistesgestörter Islamist begeht einen sog. Terroranschlag. (Nennt sich bei entwicklungsgehemmten Schülern „Amok-Lauf” und bei depressiven Lufthansa-Piloten „erweiterter Suizid”.)
  2. Die sog. Konservativen rufen nach einem stärkeren Staat und mehr Sicherheit. (Nicht zu verwechseln mit „Staatssicherheit” und natürlich keinesfalls anzuwenden auf soziale Fragen oder die Steuergesetzgebung.)

Und genau so geht es jetzt weiter.

Jäh geändert hat sich tatsächlich die Lage der Opfer vom #Breitscheidplatz, wie die ihrer Angehörigen, Verwandten, Freunde und Bekannten. Es ist weder pietätlos noch zynisch aus diesem Leid keine grundlegend andere Sicherheitspolitik ableiten zu wollen. Oder zu sagen: So ein Tag würde kommen, das ahnten wir. Und es werden weitere folgen, irgendwo, irgendwann.

Wer von uns ohne Angst ist, werfe den ersten Stein. Damit bin ich schon mal raus. Aber ich habe diese Bilder im Kopf, von einem, der auf einer Bühne vor einem Rednerpult steht und schreit: „Wollt ihr die totale Sicherheit..?!”. Und die Menge so: „Jaaaaaaaaaah..!!”

Aus versehen konservativ geworden. Tja, schnell passiert sowas. Schlimm. Umso wichtiger, dass wir nicht auch noch aus Versehen reaktionär, autoritär und totalitär werden. Dann hätten wir aber den Salat, was.

GEFÄHRICH? UNSEXY? POLITISCH?

Und schon wieder eine Frage. Keine Ahnung, ob ich sie überhaupt veröffentlichen darf. Fragesteller Michael Angele zeigte sich mehrfach davon überzeugt, dass sein fb-Profil öffentlich einsehbar sei. Ist es aber nicht. Veröffentlicht ist dann jetzt nur:

Ich würde gerne hier und heute eine grundsätzliche Frage stellen: Was ist die Aufgabe des Journalismus? Newsticker erstellen? Fremde Welten erschließen, verschlossene Milieus beschreiben, das „Unbekannte“ bekannt machen? Unbedingt! Aber gibt es dieses Reporterethos nicht mehr? Im Spiegel der Medien erscheint die gestrige Nacht in Köln wie ein Spuk. Eine Masse arabisch, respektive nordafrikanischer, respektive südländisch ausschauender junger Männer, über die man so gut wie nichts weiß, ausser dass sie jetzt wieder weg sind „in Richtung Düsseldorf“. Geht denn da keiner raus, und versucht mal mit denen zu reden (auf Französisch z.B.)? Was wollen sie? Wollen sie überhaupt was? Was war da letztes Jahr? Was denken sie? Arabischer Flashmob? Dann Tiefensondierung: Wovon lebt der Mensch, und verdammt, wenn es Kleindealerei ist, dann gehört das dann auch reingeschrieben, und wenn es ein Unistipendium ist natürlich auch. Aber es scheint irgendwie einfacher zu sein, in ein tunesisches Dorf zu fahren, um zum Xten Mal die Familie eines Terroristen zu interviewen, als, keine Ahnung, in Meppen am S-Bahnhof reportermässig rumzulungern. Ist das gefährlich? Unsexy (lieber newstickern!)? Könnte am Ende noch politisch werden? Keine Ahnung. Vielleicht werden diese Artikel ja gerade geschrieben oder ich habe etwas übersehen. Bin dankbar für jeden sachdienlichen Hinweis.

Michael Angele

Die Frage ist einfach zu gut, um sie der Netzöffentlichkeit vorzuenthalten.

Schade, dass nach sachdienlichen Hinweisen und nicht nach wilden Spekulationen gefragt ist. Für Erstere müsste man sich wohl durch die gruppendynamischen Ringe des eigenen Berufs-Soziotops wie durch einen erwartbaren (?) Wust aus Ausreden, Falschangaben und Schutzbehauptungen ackern. Was bestimmt auch keine leichte Aufgabe ist.

#Nafri

Tatü tata, das neue Jahr ist da..!

Und beginnt mit der Frage: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Nafri und Neger? Hahahaha. Und was ist der Unterschied zwischen Neuro und Nazi? – Es gibt gar keinen..! Hahahaha.

Doch genug gelacht für 2017. Die Sache ist ernst.

Nächste Frage: Ist die Twitter-Praktikantin (m/w) der @polizei_nrw_k rassistisch, weil sie „Hauptbahnhof“ in diesem Tweet mit „HBF“ abkürzt..?

Ich sage JA! #Gebäudismus Doch natürlich wird wieder alles abgestritten.

In öffentlichen Mitteilungen, wie einer Polizeimeldung, werde man einen Begriff wie „Nafri“ auch nicht finden, sagte der Sprecher. „Auf Twitter wurde er nur benutzt, um Zeichen zu sparen.“

aus: Was bitteschön ist ein „Nafri“?

Ach. Und warum schreibt sie (m/w) dann „Hundert“ und nicht „100“..? Das wäre nicht nur vier Zeichen kürzer, sondern auch schwerer falsch zu schreiben gewesen.

So beginnt das neue Jahr, wie das alte endete: mit gequirlter Kacke.

Und einer weiteren, echt schwierigen Frage: Facebook-Profilbild mit den türkischen Nationalfarben hinterlegen – oder wirkt das zu erdoğanistisch..?

Ich hasse es jetzt schon.

#Nachtrag, 03.01.2016:

“Eine Gruppe dunkelhäutiger Männer geht auf die linke Tür zu. Alle werden abgewiesen. Der Polizist zeigt auf die rechte Tür. Alle gucken verwundert. Führen nicht beide Türen auf den Vorplatz? Und haben sie vor sich nicht schon ganz viele Leute durch die Tür gehen sehen? Was soll’s – die Gruppe dreht ab und versucht es an der rechten Tür. Dort kommt sie durch. Mit ihnen versucht eine Gruppe aus drei Pärchen die rechte Tür zu nutzen. Aber der Polizist schüttelt den Kopf, streckt seinen Arm aus und zeigt auf die linke Tür. Dort mischen sich die Pärchen in den Pulk und passieren ohne Probleme.”

aus: Wer feiern darf und wer nicht

Tja, das ist in der Tat angewandter Rassismus. Wie könnte man das anders nennen..?

Wunsch? Wirklichkeit!

Der Wunsch nach einer katastrophalen Krise des Systems ist (…) längst gesät”, lese ich in einem „Zeit“-Artikel über die zu wiederholende Wahl des Bundespräsidenten in Österreich. Und denke:

Merken eigentlich noch alle, was sie schreiben..??

Fassen wir mal kurz zusammen. Wir, die reichen Industrieländer, innerhalb derer die Konzentration besagten Reichtums immer gesellschaftsfeindlichere Ausmaße annimmt, beuten für Rohstoffe und Absatzmärkte die ärmsten Regionen der Welt aus. Und wir, der sogenannte Westen, erschaffen beim ‚Verteidigen unserer Freiheit am Hindukusch’ den sog. IS. Und wundern uns dann, wo die ganzen Flüchtlinge herkommen.

Und wo sie hinwollen. Eine kleiner werdende, zweistellige Zahl an Personen weltweit (aktuell 62) besitzt so viel, wie die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit zusammen. Innerhalb der EU gibt es Länder, die eine Jugendarbeitslosigkeit um die 50% verzeichnen. In Deutschland, dem nunmehr reichsten der reichen Länder Europas, das seinerseits auf Vollbeschäftigung zusteuert, bekommt eine steigende Zahl von Menschen nicht genug Arbeitslohn, als dass für sie Aussicht auf Rente über Existenzminimum (hiesige Definition) bestünde.

Das Erste, was Jean-Claude Juncker nach dem Brexit-Referendum einfällt, ist CETA, das geplante Freihandelsabkommen der EU mit Canada, an den Länder-Parlamenten vorbeizuschleusen, damit es auch ja durchkommt. Während kleine, mittlere Unternehmen gegen TTIP aufstehen.

Ein Hoffnungsschimmer – oder ein Grund zur Sorge für die Mächtigen: Immer mehr Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern werden sich der teils brutal ungleichen Verteilung des Reichtums bewusst. Nach Stabilität und Sicherheit klingt das allerdings nicht.

aus: Die Welt wird ärmer. Radikaler. Undemokratischer

Das ist das Setting, in dem all die Dinge geschehen, über die Kommentatoren so schreiben. Syrien, Fußball-EM, Pegida, Türkistan, AfD, FPÖ, FN, Fußpilz, Putin, Poroschenko, Polen, Merkel, FIFA, VW, ADAC, Köln, Dresden, Castrop-Rauxel. Einfach alles, was geschieht, geschieht im oben gezeichneten Kontext, innerhalb des globalisierten Systems.

Nun muss man politisch allerdings nicht rechtsaußen stehen, um einen Neustart herbeizusehnen, wie „Zeit“-Autor Bastian Brauns impliziert. Und Rechtspopulisten und andere Extremisten haben auch nicht die Wut auf das System gesät. Die ernten doch ‚nur’ ab, was das System bestellt hat; auf Boden, den es selbst fruchtbar machte.

Wer kennt denn jemanden mit dem „Wunsch nach einer katastrophalen Krise des Systems”, in dem er selbst lebt..? Man muss schon ziemlich kaputt sein, um sich so etwas zu wünschen. Und ziemlich ignorant, um nicht zu sehen, dass die „katastrophale Krise“ längst da ist. Auch ganz ohne Wunsch. Und je mehr den sogenannten Souverän das Gefühl beschleicht, mittelfristig kaum noch etwas zu verlieren zu haben, ob nun handfest-real oder gefühlt-imaginär, desto irrationaler wird er sich wohl verhalten.

Denn es gibt ja nichts Richtiges im Falschen. And freedom’s just another word for nothing left to lose. Siehe das sich zu Kleinholz zerlegende Großbritannien, siehe die bei autoritär-nationalistischer Rechtsdrift zerbrechende EU, siehe überall.

Willkommen in der Wirklichkeit. Have a nice stay.

Wes Brot ich_ess

Die Ditib behauptet, sie sei ein deutscher Verein, lässt sich aber von Ankara steuern. Das geht nicht”, sagt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz (SPD).

Und man denkt gleich wieder: Häähh..?! Natürlich geht das. Das Handy der Kanzlerin von Washington aus abhören, vom Kreml aus Kulturkampf gegen Europa in Marseille führen und/oder per Flüchtlings-Deal von Belin aus die nord-syrische Grenze dicht machen geht doch auch.

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (kurz: DITIB) ist de facto nun mal eine staatlich-türkische Organisation. Und wenn die türkische Regierung durchdeht, dreht Ditib selbstverständlich mit am Rad. So wird die Zustimmung zur Armenien-Resolution nicht nur zur anti-türkischen, sondern gleich auch zur anti-muslimischen Sache verklärt. Wer das nicht möchte wird wohl die Strukturen ändern müssen.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Sollte ausgerechnet die SPD vergessen haben, dass es diesen Mechanismus gibt und wie er funktioniert, wäre das allerdings eine gute Nachricht für alle Sozialdemokraten. Glück auf!

Thin line between love & hate

Omar Mateen tötet 49 Menschen. An jeder zweiten Ecke nennen sie das „Massaker von Orlando“ eine Tragödie, was ich anfänglich für falsch halte. Daniel Sanders Text auf SPIEGEL ONLINE, der die Tat schon im ersten Satz, wie ich, einen Massenmord nennt, ist überschrieben mit „Er meinte uns”.

Sollte es aber stimmen, dass Omar Mateen selbst im „Pulse“ verkehrte und über eine Dating-App Kontakt zu Männern suchte, dann handelte es sich sehr wohl um eine Tragödie. Und Daniel Sanders Text könnte genauso gut mit „Er meinte sich” überschrieben sein.

Mord bleibt Mord. Aber wie tragisch ist es, wenn ein junger Mann in einem der freiesten Länder der Erde derart an sich kaputt geht, dass der nach außen gekehrte Selbsthass ausreicht, um u.a. die eigene Ehefrau zu drangsalieren und schlussendlich 49 Menschen mit in den Tod zu nehmen.

Wie vergiftet von falschen Gottes-, Moral-, Ehr- und Männlichkeits-Bildern muss jemand sein, der in den USA geboren wurde, aber es im Jahre 2016 nicht schafft, zur eigenen Sexualität zu stehen. Sie zumindest heimlich auszuleben – was auf Dauer keine zufriedenstellende Lösung ist, aber immerhin mit Respekt vor eigenen, sexuellen Empfindungen/Bedürfnissen einherginge.

Zitat aus einem Beitrag in der Zeit zu Thomas Hitzlspergers öffentlichem Coming Out 2014:

„Wer denkt, Homosexualität sei doch heute kein Tabu mehr, sich dazu zu bekennen mithin kein Problem, der kennt Schwule und Lesben wahrscheinlich nur aus dem Fernsehen. Denn für den einzelnen Homosexuellen ist es zunächst mal ein Kraftakt, sich selbst einzugestehen, so zu sein, wie man ist; eine weitere Anstrengung ist nötig, um „es“ den Eltern und Freunden zu sagen.“

Sollte es außerdem stimmen, dass der Schlächter von Orlando sein Töten als einen islamistischen Terror-Akt nur verkleidete, passte das ins zuvor gezeichnete Bild. Ein radikal-islamistischer Anschlag bliebe es dennoch. Allein das erste Opfer der Tragödie hörte auf den Namen Omar Mateen.

Noch halb Kind und in einem Alter, in dem die Klassenkameraden unberechenbare Monster sind, braucht kein Mensch die Erkenntnis, nicht in die Rolle zu passen, von der man bis dahin glaubte, das Leben habe sie für einen vorgesehen. Nicht Dolce & Gabbana, sondern ein Schlag ins junge Genick ist es, sich selbst als Enttäuschung des gesamten Umfeldes, vornehmlich der eigenen Eltern, wahrzunehmen. Die Selbsttötungsrate unter homosexuellen Jugendlichen (auch nicht angehender ProfisportlerInnen wohlgemerkt) ist dementsprechend hoch.

J. 2014/2016

R.I.P.  ♡

sofortbilds Woche 23/16

Sternzeit 04062016 – Das erste sofortbild Morning Roundup erscheint. Damit startet ihr immer frisch gebrieft in den Tag. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Produkt aus Monsantos Giftküche. Auerbach & justrecently bloggen 100% glyphosatfrei.

In Folge 1 erfahrt ihr u.a., wie man sich von Kopf bis Fuß mit Gänsefett einreibt, ohne dabei glitschig zu wirken. Muhammad Ali ist tot; Frankreich im Generalstreik; Chinesen und Taiwaner gedenken des Massakers vom 4. Juni 1989 und andere Themen.

Weitere Beiträge vom 4. Juni: Schna’sel gedichtet live aus Hamminkeln. Wer liest mich – und wenn ja, wie viele..?, fragt sich jr in Bloggers Ohnmacht, Bloggers Einfluss.

Ungetilgter Schulden Samen ist wieder gereift. Ebenso trauriges wie wahres Wort zum Sonntag von Michael Guttenbrunner.

Montag, 6. Juni: Das Morning Roundup mit den Échauffements in Kürze, u.a. zur Armenien-Resolution des dt.Bundestages, dem Zäpfchen gegen EM-Fieber. Mundfunk denkt über weniger Wohlstand für alle (hier) nach und ist sich schuldbewusster als die Polüzei erlaubt. Schna’sel zeigt sich gelangweilt von der sog. Revolution! Und jr findet in Gauck geht, dass gut beraten zu sein auch eine reife Leistung ist.

Dienstag, 7.Juni: Das Morning Roundup, u.a. über drei Jahre Snowden Leaks. John Oliver vernichtet 15 Millionen Dollar Arzt-Schulden von 9000 Amerikanern unter Einsatz von nur 60.000 US-Dollar. Aber die sog. Fianzkrise war lt. Ökonomen nicht vorhersehbar. Zwinker zwinker.

Weitere Beiträge: Chinas Hölle auf Erden, so schwarz kann grün sein. Ein Kessel Braunes über fernsteuerbare Extremisten. EM-Fieber an diesem Dienstag: 35,9°C (Terrorgefahr > 0)

Mittwoch, 8. Juni: Das Morning Roundup, u.a. zur Frage Wie gewonnen hat Hillary Clinton eigentlich, wenn Sanders lt. Umfragen die besseren Chacen gegen Trump hätte..? Chinas Militärreform; beschämende Fakten zum #WorldOceansDay.

Weitere Beiträge: DENKEN SIE GROSS, denn der Teufel scheißt immer auf den dicksten Haufen. Und JR’s eingehende Untersuchung der Causa Clinton vs. Sanders vs. Trump. EM-Fieber an diesem Mittwoch: 35,8°C (Terrorgefahr > 0)

Freitag, 10. Juni: Das Morning Roundup mit diversen, sportähnlichen Themen. Chinas „Zugangsprüfungsfabriken“; wie Saudi Arabien sich von einer schwarzen UN-Liste „kauft„. EM-Fieber am Eröffnungstag: 36,1°C (Terrorgefahr > 0)

Samstag, 11. Juni: Das Morning Roundup. Fernsehnation vor dem „Blackout“..?; Rolle des Ständigen Schiedshofes in Den Haag im Konflikt um die Spratley-Inseln; russischer Konzeptkünstler Pjotr Pawlenski bricht Schweigen; Knausgård zum 100. Jubiläum von James Joyces »A Portrait of the Artist as a Young Man«.

Weiterer Beitrag: Traumschiff Erdogan kollidiert mit ein paar Realitäten.

EM-Fieber am 3. Spieltag: 42,5°C, Polizeischutz für dt.-türk. Abgeordnete erhöht (Terrorgefahr > 0)

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