(K)EIN LOBLIED

Die Liste an Gruppen, von denen man nicht glauben soll oder kann oder mag, dass einzelne Zugehörige, mitunter gar etliche bis viele, rechtskonservativistischen Wirtschaftsneoliberalismus¹ a la AfD dufte finden, wird wieder länger.

Diesmal, anlässlich der Gründung einer Bundesvereinigung jüdischer Parteimitglieder innerhalb der AfD, ist es die Gruppe jüdischer Mitbürger*Innen, die das unzulässig vereifachte Weltbild von Gut und Böse erschüttert.

Nicht so bei mir. Als Homosexueller, der sich im Netz unter Linken (?) bewegt, die Putins neurussisch-orthodoxe Blut- und Bodenpolitik knorke finden, weiß ich natürlich, dass die schützenswerte Minderheit, der ich selbst zugehöre, eine native Klientel für rechtskonservatistischen Wirtschaftsneoliberalismus a la AfD darstellt.

Gilt allerdings nur für die Männer aus meiner Gruppe, also die Schwulen. Lesben, ob mit geschorenen Haaren (halbfreiheitlich) oder mit Kopftuch (vollfreiheitlich, zwinker zwinker), neigen politisch, so will es das einfache Weltbild, zum antikapitalistischen Feminismus. Während wir Schwule kaufen, bumsen, kaufen, bumsen und den Islam dafür hassen, dass er uns nicht in Ruhe bumsen und verzinste Kredite für immer noch mehr Mensch und Umwelt zerstörenden Konsum aufnehmen lassen will.

Gut, das entspricht zwar nicht meiner persönlichen politischen Haltung oder Lebenswirklichkeit, aber Ausnahmen bestätigen ja immer die Regel, nicht wahr. Und es wurde mir im Netz erklärt wie gerade beschrieben. Also muss ja was dran sein.

Doch zurück zum Thema. Die Liste an Gruppen, von denen man nicht glauben soll oder kann oder mag, dass einzelne Zugehörige, mitunter gar etliche bis viele, rechtskonservativistischen Wirtschaftsneoliberalismus a la AfD dufte finden, wird also wieder länger.

Neben weiblichen Homosexuellen (außer Alice Weidel) fand sich auf dieser White List bereits die Gruppe der Ausländer*Innen und Migrationsbehintergründeten. Ihr wohl prominentester Vertreter dieser Tage:

Mesut Özil. Internationalistisch aufgestellt, migrationsbehintergründet (Vater kam mit süßen 4 Jahren nach D), muslimisch. Präsident der Herzen einer Gruppe also, die rechtskonservativistischem Wirtschaftsneoliberalismus erst an dem Tage verfällt, an dem die Hölle zufriert.

Zwinker zwinker. Habt ihr gemerkt. Denn wozu könnte das Ungetüm „rechtskonservativistischer Wirtschaftsneoliberalismus” aus der Taufe gehoben sein wenn nicht für Erdoğans islamistischen 1-Mann-Ökonomismus?

Oder Trumps fäkal-evangelikalen oder Putins neo-sowjetischen?

Kommt, lasset uns singen ein Loblied auf Nation(alität), Sex(ualität) und „Religion”. Denn diese Drei sind es, die einer Vereinigung der Neuen Rechten des Planeten im Wege stehen noch. Ein Hoch darauf, dass das jeweils Exklusive der globalen Rechtsextremismen ökonomistischer Prägung sie in ideologischer Konkurrenz zueinander hält. Vorerst.

Denn wäre Erdoğan Amerikaner, Trump Muslim, Putins Ehemann Generalsekretär der Nato und Netanjahu Ehrenbürgermeister von Teheran, wer hätte dann diesen Text geschrieben..?

¹ rechtskonservativistischer Wirtschaftsneoliberalismus: Zucht und Ordnung fürs Volk, Freiheit fürs Kapital; Sodom und Gomorra (Raubtier-Style) an den Märkten, nicht im Bett

NEUE ALTE SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT

In einer idealen Welt müsste dieser Kommentar nicht geschrieben werden. In einer idealen Welt wäre nämlich völlig klar, dass Anmachen und Belästigung klar unterscheidbar sind.

Das schreibt die gleiche Eva Horn auf SPIEGEL ONLINE, die vor acht Wochen im selben Blatt „dumme Anmachen, unverlangt zugesandte Blumensträuße oder im Suff geschriebene SMS” als „eklatante Beispiele für (… …) strukturellen Sexismus” beschrieb – und auch sonst alles in einen Topf warf, von Straftat bis Flirt(versuch).

Das reichte eigentlich schon, um zu verstehen, womit wir es zu tun haben, wann und wo Journalismus durch unreflektierte Hashtag-Reiterei ersetzt wird.

Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Aber hartnäckiges oder ungeschicktes Flirten ist kein Delikt”, schreiben 100 Frauen aus Kultur und Wissenschaft in ihrem öffentlichen Brief gleich zu Beginn. Oh ja. Das Aussprechen von Dingen formerly known as Selbstverständlichkeit ist ultra-enorm wichtig geworden. Deshalb distanziere auch ich mich, bevor ich weiter schreibe, erst noch einmal in aller Form von (brachialer) sexualisierter Gewalt und (strukturellem) Sexismus! Mit Ausrufezeichen.

Polemik Ende. Weiter im Brief: „Dieses Fieber, die ‚Schweine‘ zur Schlachtbank zu führen (…), dient in Wahrheit den Interessen der Feinde sexueller Freiheit, der religiösen Extremisten, der schlimmsten Reaktionäre (…)”. Besser kann man nicht sagen, was das so gut gemeinte wie über weite Strecken schlecht gemachte #metoo im Zweifel anzurichten vermag.

Der Aufhänger des offenen Briefes, die „Freiheit, lästig zu sein”, vergilt einerseits Gleiches mit Gleichem in immer unaushaltbarer werdenden Clickbait-Zeiten. Das ewige Thema ‚Freiheit oder Sicherheit..?’ (oder beides oder keins von beidem) spielt auf dem Schlachtfeld #metoo allerdings keine unbedeutende Nebenrolle, sondern zielt just auf die Fragen, die wir, die sog. westlichen Gesellschaften, uns derzeit ohnehin permanent stellen (müssen): Wer sind wir..? Wo stehen wir..? Wer wollen wir sein..? Wo wollen wir hin..?

Jetzt steht überall zu lesen, wie hinterhältig und/oder dümmlich man doch sein muss, #metoo so begriffen zu haben, als solle/dürfe zwischen schwersten Gewaltverbrechen und intersexueller Kommunikation (mit oder ohne Heiratsabsicht) nicht mehr unterschieden werden. Auffallend viele männliche Schreiber üben sich auf diese Weise in abstreitender Selbstrelativierung; ganz so, als sei nicht für jedermann und jederfrau nachlesbar, was nur ein paar Wochen zuvor noch in Dauerschleife an Eintopf gerührt wurde.

Oder zum Beispiel diese Aufforderung zum Abschminken. Das muss der Punkt gewesen sein, an dem der deutsche Teil des sogenannten Westens Islamismus-ähnlichen Zuständen gedanklich bis dato am nächsten gekommen war. Aber dahin werde ich niemandem folgen. Keinem Mann und keiner Frau. Was ich – zur Sicherheit – auch einfach mal in Klartext zu Protokoll gegeben haben wollte. Done.

Und ich möchte auch nicht, dass diejenigen Geschäftsmodell-Feministinnen und -Feministen, die in und um #metoo unfreiwillig bewiesen haben, dass Blindwütigkeit noch immer nicht reflektiertes Denken und Schreiben ersetzt, mich in Mithaftung für ihr angerichtetes Chaos nehmen, wenn ihnen als Konter (sic!!) zum ‚Deneuve-Brief’ die an Selbstverständlichkeit nicht zu übertreffende Formel einfällt, dass Sexismus, Rassismus und Homophobie nicht in Ordnung seien. Denn das ist der Gipfel der Hinterhältigkeit.

Liebe Frauen und Männer, die ihr es gut meint, aber mitunter erschreckend schlecht macht: Wenn wir so an die Probleme Sexismus, Rassismus und Homophobie rangehen wollen, wie ihr es unter #metoo teilweise tut, dann ist das einzige, das wir erreichen, die Fütterung der „konservativen Revolution” (nach Dobrinth und Erdoğan). Das habt ihr hiermit schriftlich. Und erzählt hinterher nicht wieder, ich hätte nichts gesagt.

„EIGENTLICH KEIN DENKMAL DER_SCHANDE“

Wir seien „das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt” habe, hatte Bernd Höcke gesagt. In vielerlei Hinsicht ein schlimmer Satz. Dass sich Höcke damit doppeldeutig zum Holocaust-Mahnmal äußerte/äußern wollte, empfinde ich allerdings als zu weit hergeholt.

Aus dem „Welt”-Artikel:

Doppeldeutig ist etwa die Wendung „Denkmal der Schande“. Bedeuten kann sie einerseits, dass es sich um ein „Denkmal zur Erinnerung an eine Schande“ handelt. Andererseits und genauso aber kann damit ein „schändliches Denkmal“ gemeint sein.

Kann es. Könnte es. Ist nicht auszuschließen. Aber ziemlich weit hergeholt, für meine Begriffe, wie gesagt.

In diesem Video sagt Morius Enden vom Zentrum für politische Schönheit, man wolle Höcke darauf hinweisen, „dass das Denkmal der Schande, von dem er [Höcke, Anm.] Anfang des Jahres sinnierte, eigentlich kein Denkmal der Schande ist”. Zitat Ende.

Spätestens da wird die Sache (mit der Formulierung) auf tragische Weise falsch. Doppeldeutigkeit bei Höcke hin oder her. Was man, vor Veröffentlichung des Videos, hätte merken können. Sogar müssen. Es wurde ediert und redaktionell geprüft, nehme ich doch an. Da hätten bei zahlreichen Leuten die Alarmglocken klingeln dürfen. Aber sie klingelten nicht. Oder, was ich nämlich befürchte:

Es klingelte nicht, was im Übereifer des Gefechts nicht klingeln durfte.

Das ist kein Blog über Höckes Aussage oder die Aktion des Zentrums für politische Schönheit. Das ist ein Blog über den immer unaushaltbarer werdenden Lemmingismus der hohen Kunst formerly known as Journalismus.

Die haben sich in der #MeToo-Sache zum Teil so verrannt, dass die stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT auf ZEIT ONLINE fragen musste: Soll das Journalismus sein?. Und Recht hat sie. Denn das, was Carolin Würfel mit Wir wissen es (auf ZEIT ONLINE, sic!) hingelegt hatte, war kein Journalismus, sondern blinder Aktionismus auf der #MeToo-Welle, die zwischen initialen Zuneigungs-Gesten (Blumenstrauß) und schwersten Sexualstraftaten (betäuben, vergewaltigen) weitgehend unmoderiert hin und her schwappt(e).

Das ist aber auch kein Blog über #MeToo. Sondern darüber, dass Carolin Würfels Text vor Veröffentlichung durch zig Hände gewandert sein muss, ohne dass jemand Stopp! gerufen hat. Oder wenigstens Momentchen mal! Wenn nicht an der denkwürdigen Stelle, die dem Dealer der offenbar reichlichst verzweifelten, kulturelitären Koks-Beschafferin Sexismus attestiert, dann doch an allen Stellen, mit denen sich die Autorin – schon fett per Überschrift – der tuschelnd-hinnehmenden Untätigkeit (→ das ist die Quintessenz ihres sog. Artikels) bezichtigt.

In eine laufende Kamera etwas zu formulieren, das man so nicht hatte sagen wollen: geschenkt. Aber was zur Hölle ist in den Radaktionen los..? Können/dürfen/wollen Redakteurez noch selbständig und im Zweifel auch mal gegen die Laufrichtung der Herde denken – oder kostet das in Zeiten, in denen die EILmeldungen im Minutentakt reinklingeln, zu viel Zeit und Geld..?

TIEF UND ENTZÜNDET

Eine Situation wie die des Spätsommers 2015 kann, darf und soll sich nicht wiederholen”, sagt Angela Merkel Ende 2016 auf dem Essener Parteitag der CDU. Im September 2015 hatte sie noch gesagt: „(…) wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.” Weder intellektuell noch emotional miteinander vereinbar, markieren diese beiden Sätze die Ränder der Wunde, die seit zwei Jahren über D (und Europa) klafft.

„Ein Staat muss auch in der Lage sein, Staat zu sein. Er ist eine regulierende, organisierende, ermöglichende, aber auch strafende und begrenzende Kraft”, sagt Andrea Nahles gestern. Doch diese staatstheoretische Erkenntnis, formerly known as Selbstverständlichkeit, firmiert seit Spätsommer 2015 unter den Zuschreibungen „rechtsextrem” und „inhuman”.

Es wundern sich die Leute, dass die AfD bei der Bundestagswahl 13 Prozent holte. Während es mich wundert, dass sie ’nur‘ 13 Prozent geholt hat. Die Aufarbeitung eines Themas, das in so viele innenpolitische Felder hineinspielt wie die sog. Flüchtlingskrise und weitgehend unwidersprochen als „größte Herausforderung seit der Wiedervereinigung” bezeichnet wird, einer Partei zu überantworten, die rechts genug ist, um nur beispielsweise einen Björn Höcke zu beheimaten, hätte wesentlich stärker in die Hose gehen können.

Ein freundliches Gesicht in Notsituationen kann, darf und soll sich nicht wiederholen – oder was hat Merkel da nun eigentlich gesagt..? Niemand weiß es. Denn niemand will es wissen. Nicht jene, die vollgleichzeitig alle Grenzen abschaffen, ein bedingungsloses Grundeinkommen in D einführen und sich Judith Butler als Bundesfamilienministerin vorstellen wollen. Und nicht Joachim Herrmann (CSU), der jüngst in einer Talkshow sagte, dass man künftig „schon in Afrika helfen” wolle. Und damit meint, dass die EU-Außengrenzen also besten Gewissens dicht gemacht werden könnten – und fertig.

Beides ist an Unredlichkeit nicht zu überbieten. Und zwischen zwei verlogenen Extremen kann natürlich keine vernünftige Diskussion stattfinden. Da kann sich nur der Irrsinn auf- und dann munter hin und her schaukeln.

Der Salat

Da haben wir ihn. Nicht, dass wir ihn nicht schon länger hätten. Aber da sehen wir ihn.

25 Jahre Pogrom von Lichtenhagen. Originalton: Ausländer raus, Deutschland den Deutschen.

Die Bundesminister Gabriel und Maas veröffentlichen einen Aufsatz. Daraus: Er[doğan] möchte unsere türkischen Freunde in Deutschland in einen Kulturkampf stürzen. [1]

Terror in Madrid und überall. Einhellige Meinung: Der IS will Bürgerkrieg(e) in Europa provozieren.

Schambefreite muslimische Schüler in D erklären in ein WDR-Mikrophon, Juden seien Bastarde (und ähnlich rassistischen Scheißdreck). Lamya Kaddor hat dankenswerterweise bessere Nerven als ich. [2]

Einhellige Meinung unter Politologen (m/w): Migrationsbehintergründete (in D) wählen eher linke Parteien, weil die eine Ausländer-freundlichere Politik fahren.

Aber der eine Türkei-stämmige Hörer (mit kurdischem Oma-Hintergrund) brüllt den Sozialdemokraten, der die eher linke HDP im WDR5-Tagesgespräch eine ‘Schwerster-Partei’ der SPD nennt, mal so richtig an. [3ab ca. 00:39:30] Wenn das so sei, dann wähle er die SPD nicht mehr.

Passt zu: Sollen Deutschtürken jetzt AfD wählen? [4]

Ach, AfD. Erdoğans Hitler-Fanclub soll volle Kanne rechtsaußen wählen. Und Sarrazin schreibt ein Buch dazu: Deutschtürk*Innen schaffen sich ab. Mit Sternchen vor dem Binnen-I. Den Spaß lässt er sich dann nicht nehmen.

Und wenn die Petrys und die Pütrüs nicht sterben, dann ficken [5] sie auch morgen noch für Ehre, Volk und Vaterland.

Was ist eigentlich..?

Was ist eigentlich Gewalt?

von Fritz Fischer

„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! Denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen.“ (Goethe)

Ein Fuchs, dieser Goethe. Im Konjunktiv anfangen und im Indikativ weitermachen. Wie in: „Dass Gewalt falsch sei, darauf können sich schnell alle einigen.“ (Augstein)

Gewalt ist nicht falsch. Sie sei falsch. Könnte also auch richtig sein. Denn der Mensch ist ja rachsüchtig, unnütz und schlecht.

„Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.“ (Grundgesetz, Artikel 20)

Legislative, Exekutive, Judikative – die drei Volksgewalten. Also war es Bürgerkrieg. Denn egal, wer in Hamburg von wem auf die Fresse bekam, die Gewalt ging immer vom Volke aus.

Das ist richtig, sei aber falsch.

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ (wieder Goethe)

Straftat hier: Kindesmissbrauch mit Todesfolge. Der sei total falsch. Darauf können sich alle rasend schnell einigen. Wer sowas macht, hat das Recht auf Atem verwirkt. Da sind alle auf Seiten der Rocker.

Mafia sei falsch! Rache ist Blutwurst. Konjunktiv. Indikativ (die Form des Verbs, die anzeigt, dass etwas real ist).

„Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“ (Jesus) Zu der Frau sagt er später: „Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!“ Und sie so: „Alles klar. Tschüss.“

„Die Gewalt besitzt nicht halb so viel Macht wie die Milde.“ (Running Gag auf Innenministerkonferenzen)

Zusammenfassend: Gewalt ist austeilbar. Ihre Opfer tragen Mandate, Uniformen, Roben, Kaputzenpullis. Wir werden alle sterben.

Was ist eigentlich ein Informationsverbrechen?

von Fritz Fischer

Schorndorf liegt an der A29 zwischen Remshalden und Plüderhausen. Genauer gesagt zwischen Winterbach und Urbach. Die Klinik im Ort beherbergt eine (von Patientinnen liebevoll Frauen-Arztpraxis genannte) Frauenarztpraxis.

Das war ein Informationsverbrechen. Der Kosename ‘Frauen-Arztpraxis’ ist frei erfunden.

Gefragt, ob der Regierung bekannt sei, dass die Anwältin, mit der sich der kleine Trump im Wahlkampf getroffen hatte, einst für den russischen Geheimdienst arbeitete, sagte Sean Spicer: Ya neznayu. Gefolgt von: Ich kündige.

Schon wieder ein Informationsverbrechen. Reine Spekulation.

Das Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westafalen gibt die Vorjahresgewinner von Wettbewerb Kooperation. Konkret. bekannt. Nicht gelistet, weil heimlicher Gewinner, ist das Kartell aus Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler mit dem Projekt Intertür Outpuff.

„Die Verantwortlichen hätten damit „Informationsverbrechen“ begangen. So bezeichnet das Königshaus die Verbreitung von Inhalten, die nicht den konservativen Moralvorstellungen der saudi-arabischen Gesellschaft entsprechen.” (Quelle)

Zusammenfassend: Information sei kein Verbrechen. Schorndorf nennt sich Daimlerstadt. Gott lieb, Minirock böse.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Fritz Fischer wieder, nicht notwendigerweise die der M&FUNK-Redaktion.

Saubere Arbeit

Vormittags geschrieben:

Elke Twesten betreibt freie Volksvertreterei in Niedersachsen und bekommt „weiterhin 6809,85 Euro im Monat, dazu noch mal 1088 Euro als steuerfreie Aufwandsentschädigung” [1]. Anders, als „groteskerweise” [1.1] im Netz zu lesen, gebe es vonseiten der CDU keine Versprechungen oder Ablösesummen. Sie sei keine Verräterin, sie fühle sich sehr gut. [1.2]

Stephan Weil, oberster Niedersächs*Innen-Vertreter, sagt, es sei „schlichtweg falsch” [2], dass er seine Regierungserklärung vom 13. Oktober 2015 von der Volkswagen AG hätte „aufhübschen” („genehmigen”/„nachbessern”) lassen. Was er gesagt habe, sei O-Ton Weil. Denn „es habe die Zukunft des VW-Konzerns auf dem Spiel gestanden”, Was „mittelbar auch für das Land Niedersachsen von allergrößter Bedeutung” gewesen sei.

Jubel, Applaus und „USA! USA!”-Sprechchöre hellauf begeisterter Polizisten bei einer von Trumps berüchtigten Hate-Speeches. „In einer früheren Version des Textes hieß es, Trump halte es für eine gute Idee, den Kopf eines Verdächtigen gegen eine Auto zu schlagen. Das war ein Übersetzungsfehler, wir haben das korrigiert.” [3]

Gegen eine Auto zu schlagen. Ein äußerst grotesker Übersetzungsfehler fürwahr.

Wer wissen will, was am 15. Juli 2016 wirklich passiert ist in der Türkei, muss unbedingt  diesen Wortwechsel auf ‘Deutschlandradio Kultur’ hören. Die Wahrheit – und was man aus ihr machen kann. Oder wie Loriot es ausdrückt: Das hier ist reine Baumwolle – mit 70% Polyester-Beimischung.

Abends nachgetragen:

Es geht so schnell, man kommt gar nicht richtig hinterher. Ein „unmoralisches Angebot der CDU” [4] soll die Elke jetzt doch bekommen haben.

Seltsam mutet der Zeitpunkt der Veröffentlichung an: Warum gerieten die Details der Regierungserklärung zwei Jahre später in Umlauf? Ausgerechnet jetzt, da Weil sein Amt als Ministerpräsident verteidigen muss? Dann wurden sie auch noch mutmaßlich aus VW-Kreisen gestreut – also aus dem Konzern, den Weil mit seinem Pochen auf milliardenschwere Nachrüstungen verärgert haben dürfte. [5]

Seltsam, genau. Geradezu grotesk. Eine Landesregierung und ihr Chef – vernichtet in nur drei Tagen. Saubere Arbeit.

GLEICH & GLEICH

Der Typ da vorn
sieht zu uns her.
Wie führst du den?
Den führ ich ver.

Er lutscht an
deinem großen Zeh?
Dann tört er dich.
Er tört mich be.

Tatütata
und schubidu.
Seid sammen ihr?
Sind sammen zu.

Er hat gerade
keinen Lauf.
Wie fängst du ihn?
Ich fang ihn auf.

Die Pflanze da
ist schief und krumm.
Wie topfst du die?
Die topf ich um.

Was macht denn
Eure Liebelei?
Wie rätst du ihn?
Ich rat ihn hei.

Dann kommen sie
von nah und fern,
denn gleich und gleich
gestellt sich gern.

THE HYPE WIPE

Ein Gastbeitrag von Mangela Erkel ** für MUNDFUNK

Tsss. Von wegen Anschlag auf die Demokratie. Ein Anschlag auf die Demokratie wäre es, wenn ich sagen würde: Och, das SPD-Programm gefällt mir, das übernehme ich. Ganz offiziell. Und CDU und CSU die einzigen Parteien wären, die im neuen Bundestag vertreten sind. Weil alle anderen unter der 5%-Hürde Limbo tanzten.

Wenn aus „Sie kennen mich“ „Du wirst mich noch kennen lernen“ wird, dann wünscht er sich, dass wenigstens die transsexuellen, taubenzüchtenden Taxifahrer noch Martin wählen. Aber das kann er dann vergessen.

Ich hatte angeboten, dass die ihr dämliches Programm abarbeiten, still und leise, wie gehabt, während ich Embrasser mit Macron, Trudeau und Jogis Eleven mache. Und was machen die..?! Ziehen mir rote Linien. Aber denen zeige ich, was Linien sind. Mehr wird von ihren Balken am Wahlabend nämlich nicht übrig sein. Und dann wird gleichgestellt, ohne geheuchelte Bedenken.

Ach, übrigens. „Asymmetrische Demobilisierung“ ist es, wenn der Altmaierpeter und ich nach’m Après-Gipfel aus der Waschmaschine torkeln und der rennomierteste Statiker nicht sagen könnte, wer da wen stützt.

Und wusstet ihr, dass 00Schäuble während einer Haushaltssitzung mal rausgerutscht war: L’Etat c’est moi. Da hatte er auch nicht lange dran zu lachen.

** Name geändert

DINNER FOR #KÖLN

In diesem Jahr sollte alles anders werden. Und es wurde alles anders. Nur, wurde alles gut? Und wenn ja, zu welchem Preis?

alle Zitate aus: Alles richtig gemacht. Alles?

So. Die Fragen sind gut. Und gut gefragt ist halb geantwortet.

Die Männer hätten, in Köln angekommen, allein wegen ihrer Masse bedrohlich gewirkt und vielfach auf Ansprache von Polizisten aggressiv reagiert. Zahlreiche Bürger beklagten demnach ein beeinträchtigtes Sicherheitsgefühl.

Ach, wie gern hätte ich mit einem Megaphon da gestanden und durchgesagt: „Denken Sie nicht ans Vorjahr, meine Damen und Herren! Behalten Sie Ihre Wertsachen im Auge, halten Sie mindestens eine Armlänge Abstand und bleiben Sie ruhig! Es wird Ihnen nichts geschehen!“ Das wäre ein Spaß gewesen.

„Wenn wir nicht in so großer Zahl da gewesen wären, dann hätte es definitiv die gleichen Ausschreitungen gegeben wie im vorigen Jahr“, sagte Ernst G. Walter, Chef der Bundespolizeigewerkschaft.

Definitiv. Wow. Der gefällt mir. Von dem lasse ich mir demnächst die Lotto-Scheine ausfüllen.

Zudem habe es im Laufe des Jahres 19 Razzien an „gefährlichen Orten“ gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Dabei hätten Beamte auffällig viele Verdächtige mit nordafrikanischem Hintergrund angetroffen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die an Silvester zu Hause sitzen und ‚Dinner for One‘ gucken, ist eher gering.“

Die Recherchen und Ermittlungen hätten ergeben, dass Köln für diese Gruppen eine Anziehungskraft ausübe. Aufrufe zu Zusammenrottungen in der Kölner Altstadt habe es jedoch nicht gegeben – umso überraschter seien die Ermittler über die hohe Zahl der nordafrikanischen Besucher gewesen, die laut Bundespolizei überwiegend mit Zügen aus dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein kamen.

Unmöglich, das mit einem lustigen Spruch zu toppen. Höchstens damit:

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